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Multivariate Analysemethoden: Vorwort zur 16. Auflage

Die 16. Auflage des Buches „Multivariate Analysemethoden“ ist nicht einfach eine neue, überarbeitete Version der 15. Auflage, sondern es ist vielmehr ein neues Buch entstanden. Das macht sich an unterschiedlichen Punkten fest:

1. Verändertes Autorenteam: Das Autorenteam hat sich vergrößert und umstrukturiert

Wulff Plinke hat sich als vorletztes Mitglied im Team der Gründungsautoren wegen eränderter beruflicher Schwerpunkte aus dem Team verabschiedet. Obwohl seine Entscheidung verständlich ist, hätten wir ihn gerne als Mitautor behalten. Er war eben seiner Autorenrolle vor allem ein kritischer Diskussionspartner, wodurch es uns gelungen ist, die angestrebte Zielgruppe immer im Fokus zu behalten. Zum einen sollte der Text mit nur geringen Anforderungen an mathematische Vorkenntnisse die Möglichkeit schaffen, die Methoden zu verstehen und sie auf eigene Anwendungen zu übertragen. Zum anderen haben sich im Laufe der Zeit die methodischen Erfahrungen der Autoren vertieft und sie dazu verführt, immer mehr methodische Details in den Text aufzunehmen und dabei Gefahr zu laufen, die Zielgruppe aus den Augen zu verlieren. Wulff Plinke hat diese Punkte immer wieder eingebracht, wofür wir ihm herzlich danken.
Für die 16. Auflage konnten wir zwei neue Koautoren gewinnen: Sonja Gensler (WWU Münster) und Thomas Weiber (München) haben sich der Aufgabe gestellt, an diesem Lehrbuch mitzuwirken. Sie verfügen nicht nur über hervorragende fachliche Expertisen, sondern sind auch der Beleg dafür, dass sich das Autorenteam nun deutlich verjüngt hat. Wir hoffen, dass wir im neuen Autorenteam nicht nur Neues einbringen, sondern auch die alten Leitideen des Buches erfolgreich fortsetzen können.

2. Multivariate Analysemethoden: Jetzt auch in englischer Sprache

In vielen Gesprächen mit Studierenden sowie Anwenderinnen  und Anwendern aus der Praxis haben wir immer wieder erfahren, dass für eine englische Version von „MVA“ nachhaltiger Bedarf besteht. Insbesondere in der Hochschulausbildung werden immer mehr Kurse in englischer Sprache angeboten. Mit der zusätzlichen Publikation der deutschen 16. Auflage als erste Auflage in englischer Sprache legen wir ein „paralleles Buch“ vor, mit dem wir hoffen, unsere Leserinnen und Leser auch bei ihren englischsprachigen Arbeiten und Projekten besser unterstützen zu können. Darüber hinaus wollen wir mit der englischen Ausgabe auch den ersten wichtigen Schritt in Richtung einer Internationalisierung gehen.

Die erste englische Auflage „Multivariate Analysis“ entspricht der 16. deutschen Auflage „Multivariate Analysemethoden“. Wir würden uns freuen, wenn die komplette Überarbeitung der Inhalte wie auch das Vorliegen der englischen Version von unseren Leserinnen und Lesern angenommen wird und auch die englische Ausgabe eine ebenso große Anerkennung erhält wie die bisherige deutsche Ausgabe. Die 12. Auflage von „MVA“ wurde vom Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. (BVM) als herausragendes und zukunftsweisendes Lehrbuch ausgezeichnet, das die Marktforschungspraxis in den letzten 35 Jahren maßgeblich beeinflusst hat.

3. Neues Produkt: Schokolade statt Margarine

Viele Leserinnen und Leser fanden das von uns in den Fallbeispielen der verschiedenen Methoden gewählte „Margarine/Butter-Beispiel“ sehr anschaulich. Mittlerweile sind aber vor allem die verwendeten Margarinesorten in die Jahre gekommen und ebenso ist die „Weihnachtsbutter“ der 1980er Jahre, deren Bezeichnung damals dem Problem der Überproduktion von Butter in Westeuropa geschuldet war, heute nur noch wenigen ein Begriff. Auch sind die deutschen Margarinemarken wie Rama und Sanella international eher nicht bekannt. Mit dem Entschluss, eine englische Ausgabe herauszubringen, wurde deshalb auch ein Wechsel von „Margarine“ zu „Schokolade“ vorgenommen. Der Schokoladenmarkt ist nun das einheitliche Fallbeispiel in allen Kapiteln. Wir hoffen, dass die neuen „Schokoladenbeispiele“ noch besser zum Verständnis der Analysemethoden beitragen als die bisherigen „Margarine-Beispiele“.

4. Umstrukturierung einzelner Methoden

Es war schon immer das Ziel des Lehrbuches, die grundlegenden Verfahren der „Multivariaten Analysemethoden“ anwendungsnah zu erläutern und die verschiedenen Methodenoptionen kritisch zu hinterfragen. In der 16. Auflage haben wir die folgenden acht Verfahren als grundlegend sowohl für die Ausbildung an Hochschulen als auch für die Unternehmenspraxis eingestuft:

             Einführung in die empirische Datenanalyse
             Regressionsanalyse
             Varianzanalyse
             Diskriminanzanalyse
             Logistische Regression
             Kontingenzanalyse (Kreuztabellierung)
             Faktorenanalyse
             Clusteranalyse
             Conjoint-Analyse

Im Vergleich zur 15. Auflage wurden dabei sowohl Umgruppierungen vorgenommen als auch jeweils ein Ausblick auf Verfahrenserweiterungen und Verfahrensmodifikationen aufgenommen: So findet sich beispielsweise die Zeitreihenanalyse nun in verkürzter Form im Kapitel „Regressionsanalyse“, während die (traditionelle) Conjoint-Analyse um die auswahlbasierte Conjoint-Analyse erweitert wurde. Die Clusteranalyse haben wir um Ausführungen zu K-Means- und Two-Step-Clusteranalysen ergänzt. Mögliche Abgrenzungserfordernisse zum Buch „Backhaus/Erichson/Weiber: Fortgeschrittene Multivariate Analysemethoden“ werden wir in der 4. Auflage dieses weiterführenden Lehrbuches vornehmen.

5. Die Zukunft: Support-Plattform

Es ist geplant und schon teilweise realisiert, dass das Buch den Kern eines umfassenden Leistungsangebotes bildet. Hierzu findet der Leser auf unserer bisherigen Internetseite zu diesem Buch (www.multivariate.de) entsprechende Informationen. Zusätzlich werden aber auch Materialien zum besseren Verständnis der Verfahren (z. B. Excel-Tabellen) auf der Internetseite zur englischen Ausgabe dieses Buches (www.multivariate-methods.info) bereitgestellt. Mit der englischen Webseite führen wir das bewährte Konzept der bisherigen Webseite weiter und planen, diese langfristig zu einer Support-Plattform auszubauen:

Insbesondere stellen wir auf der englischen Webseite zu jedem Verfahren Excel-Dateien zur Verfügung, die den Leserinnen und Lesern zur vertieften Beschäftigung mit den einzelnen Methoden dienen sollen. Auch können über diese Webseite die verschiedenen Datensätze, SPSS-Jobs und Abbildungsdateien angefordert werden. Neben der auch im Buch abgedruckten SPSS-Syntax haben wir zum leichteren Handling von SPSS auch entsprechende Präsentationen ausgearbeitet und hinterlegt. Während wir im Buch bei IBM SPSS als Statistiksoftware in der Version 27 geblieben sind, sind auf der Internetseite zur englischen Ausgabe dieses Buches auch die Syntaxdateien für R (www.r-project.org) verfügbar.

Zur Verbesserung der Lernerfahrung werden auf der englischen Webseite auch sukzessive Videos mit Erklärungen ausgewählter Problemfelder eingestellt. Zusätzlich sind für die Käufer dieses Buches (Print-Version) kostenlos sogenannte „Flashcards“ verfügbar, die als elektronische Lernkarten den Leserinnen und Lesern helfen, das eigene Wissen über multivariate Analysemethoden zu überprüfen. Einzeln sind die Flashcards auch über den In-App-Kauf in der Flashcards-App „SN-Flashcards“ erhältlich. Wir hoffen, dass wir dadurch die Lernerfahrung für unsere Leserinnen und Leser verbessern. Schließlich werden wir auf unseren Internetseiten (deutsch und englisch) auch über Aktualisierungen informieren und gegebenenfalls auf Korrekturerfordernisse hinweisen.

6. Hinweise zur Verwendung des Buches und grundlegende statistische Konzepte

Das Einführungskapitel zum Buch haben wir neben den bisher bewährten Ausführungen „Zur Verwendung dieses Buches“ um grundlegende Ausführungen zu statistischen Grundlagen erweitert. Es handelt sich hierbei um elementare statistische Zusammenhänge, die im Prinzip bei allen im Buch behandelten multivariaten Analysemethoden eine Rolle spielen (z. B. Mittelwert, Varianz, Kovarianz). Obwohl wir davon ausgehen, dass diese den Leserinnen und Lesern des Buches weitgehend bekannt sind, wollen wir hiermit nochmals eine kurze Auffrischung und schnelle Nachschlagemöglichkeit bieten. Weiterhin haben wir in das Einführungskapitel auch einen Abschnitt zu den Grundlagen des statistischen Testens aufgenommen. Auch wird der vor allem bei dependenzanalytischen Verfahren bedeutsame Unterschied zwischen statistischer Korrelation und Kausalität eingehender erläutert. Schließlich geben wir allgemeine Hinweise für die Behandlung von Ausreißern und fehlenden Werten.

7. Anwendung in unterschiedlichen Fachdisziplinen

Zu jedem Kapitel geben wir einleitend Beispiele zur Verwendung einer Methode in unterschiedlichen Anwendungsdisziplinen. Bei den Erläuterungen zur Vorgehensweise und den (umfangreicheren) Fallbeispielen bleiben wir dann allerdings bei dem Anwendungsfeld der Vermarktung von Schokolade. Dabei sind die Darstellungen aber so gehalten, dass sie auch für Nicht-Marketing-Spezialisten problemlos nachvollziehbar sind und sich damit hoffentlich auch leicht auf das eigene Anwendungsfeld unserer Leserinnen und Leser übertragen lassen.

Vor dem Hintergrund der obigen Veränderungen ist es unseres Erachtens nicht vermessen, bei der 16. Auflage von einem neuen Buch zu sprechen. Den hohen Zeitaufwand, den eine solche Neufassung erfordert, haben alle Autoren manchmal „an den Rand des Erträglichen“ geführt. Wir hoffen deshalb, dass sich die Mühen gelohnt haben.

Die umfänglichen Überarbeitungen der neuen Auflage wären nicht möglich gewesen, wenn uns nicht auch unsere wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Vielzahl wissenschaftlicher Hilfskräfte unterstützt hätten. Auf der Seite der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter danken wir vor allem Frau M. Sc. Mi Nguyen, Herrn M. Sc. Lorenz Gabriel und Herrn M. Eng. Julian Morgen an der Universität Trier, die in unermüdlicher Weise die Anpassung des deutschen Textes an die englischen Texte vorgenommen und immer wieder unsere Änderungen in den Texten eingearbeitet haben. Bei der Erstellung der vielen Abbildungen gilt unser besonderer Dank vor allem Frau B. Sc. Nele Jacobs, die u.a. die vielen Abbildungen immer wieder auf Korrektheit kontrolliert und auch die Screenshots zu den SPSS-Menüs und SPSS-Outputs erstellt und bearbeitet hat. Als Testleserinnen konnten wir Frau Theresa Wild und Frau Frederike Biskupski aus Münster gewinnen. Sie haben uns wertvolle Hinweise zum besseren Verständnis der Texte geliefert, für die wir in besonderer Weise dankbar sind. Zudem gilt unser Dank Frau Gabriele Rüter aus Münster, die Teile dieser Ausgabe in ihrer gewohnten Gewissenhaftigkeit Korrektur gelesen hat. Schließlich danken wir auch Frau Beate Kaster aus Trier, die uns bei der Übertragung sowie der ersten Übersetzung der englischen Texte in die deutsche Version unterstützt hat und auch beim Korrekturlesen der deutschen Ausgabe behilflich war. Selbstverständlich gehen alle eventuell noch vorhandenen Mängel zu unseren Lasten.

Ein besonderer Dank gilt nicht zuletzt Herrn M. Eng. Julian Morgen, der die gesamte Koordination der Kapitel zwischen den Autoren und auch gegenüber dem Springer Gabler-Verlag übernommen hat. Unermüdlich hat er nicht nur immer wieder geduldig Änderungswünsche entgegengenommen und in Rekordgeschwindigkeit umgesetzt, sondern oft auch maßgebliche Hilfestellungen bei Erstellungsfragen gegeben. In der Anfangsphase des Erstellungsprozesses wurde er zusätzlich noch von Herrn Dr. David Lichter unterstützt, der zwischenzeitlich seine Promotion beendet hat und von der Universität Trier in die Beratungspraxis gewechselt ist.

Schließlich gilt unser Dank Frau Barbara Roscher und Frau Birgit Borstelmann vom Springer Gabler-Verlag, die uns in bewährter Weise und mit großem Engagement bei der verlagsseitigen Betreuung dieses Buches unterstützt haben.

 

Im November 2020

Klaus Backhaus, Münster
Bernd Erichson, Magdeburg
Sonja Gensler, Münster
Rolf Weiber, Trier
Thomas Weiber, München